Montag, 15. Dezember 2014

Burda 10/2014: Wasserfall-Jacke und Eggshape-Kleid

Im August hat Pelo die Produktion eingestellt, das war einer der letzten größeren Textilbetriebe in der Region.
Im Abverkauf der Musterstücke hatte ich diesen groben Strickstoff zuerst gar nicht im Visier. Der Sohn hat den 3m-Coupon entdeckt und auf den Tresen gelegt. 
"Wenn dir nix einfällt, ich nehm das als Decke" meinte er.
Denn derart voluminöse Sachen kaufe ich in der Regel nur mit einem konkreten Plan, das Zeug blockiert einfach unverschämt viel Platz im Stoffregal.
Die Tochter ist dem Sohn dann mit einem sinnvolleren Plan zuvorgekommen, sie wollte gern eine Jacke. 
Ja, und die haben wir dann in der Oktoberburda gefunden:

Das ist eigentlich ein Mantel ( Modell 113), den Schnitt habe ich um 30 cm auf Jackenlänge gekürzt. 
Die Kanten wurden mit der Overlock versäubert, dabei wurde ein weiches Viskosenahtband mitgefasst. Das habe ich dann nach links umgeklappt und von Hand angenäht. Der Zuschnitt und die paar Nähte haben etwa eine Stunde gedauert, die etwa 3 m Handnaht habe ich dann während der Biathlonstaffel am Samstag gemacht. Sieg auf ganzer Linie :)

Es blieb dann zum Glück noch genug Material übrig, um mal auszuprobieren, wie ich mich in einem Eggshapekleid fühle.
Der Schnitt ist ebenfalls aus der Burda 10-2014 ( Modell 127 )
Ich bin nicht ganz schlüssig, ob das mit dem Stoff zu sehr nach Squaw ausschaut. Aber ich hoffe drauf, dass die Akzente (Lederpaspel und rote Stiefel) das auch außerhalb eines Indianerreservates tragbar machen.
Denn das Kleid ist unglaublich bequem. Es hat (für mich als notorische Ärmelhochschieberin) die perfekte Ärmellänge, kratzt mit rotem Viscosefutter nicht und ist kuschelig.
Die Jacke für die Tochter ist ein echter Volltreffer. Das ist sicher.
Aber das Kleid?
Was meint ihr: Fashion oder Fasching?

Sonntag, 30. November 2014

Stoffspielereien: Handarbeit macht glücklich.

Handarbeit mach glücklich.
Genauergesagt: Nähen macht glücklich.
Das hat suschna ergoogelt und als Thema vorgeschlagen.

Aber was genau macht für mich das Nähglück aus?
Die größte Freude ist es für mich, wenn ein Stück Stoff Form annimmt. Meistens liebe ich die Schnitterstellung und das schlichte Nähen und Tüfteln sogar noch mehr als das fertige Kleidungsstück selbst.
Die Verwandlung vom bloßen Gedanken zu etwas Handfestem ist großartig.
Und je seltsamer der Stoff ist, desto größer ist mein Glück wenn dann etwas Tragbares herauskommt.

Da war zum Beispiel ein gräßlicher Digital-Camouflageprint, vom dem habe ich 2 m für mein Konversionsprojekt gekauft. Er sollte eigentlich zu Taschenfutter verarbeitet werden, aber Tarn innen und außen, das war zuviel. So lag der Coupon auf dem Ablagestapel ganz oben.
Reinstes Polyamid in Tarnoptik, ein klarer Fehlkauf.

Aber da kommt dann das zweite Nähglück ins Spiel: Das Experiment
Wenn es was wird, dann ist es fein,
wenn nicht, dann eben nicht.
Um den Tarnstoff wäre es nicht schade gewesen.
Vor zwei Jahren habe ich schon mal Stoff mit dem Feuerzeug versäubert- das geht bei fiesen Polystoffen ja ganz prima. So habe ich dem Stoff Zunder gegeben.....
Genauergesagt habe ich die ausgeschnittenen Elemente mit dem Feuerzeug am Rand angeschmolzen, so ist der Webstoff gegen das Ausfransen gesichert.

Dann konnte sich beruhigt mein derzeitiges drittes Nähglück dazugesellen: Offensichtliche Handnäherei. Die sichtbare, altmodische Hingabe an Details.
Natalie Chanins Arbeit ist in der Beziehung unschlagbar.
Klar war, dass der Camostoff einen einfarbigen Begleiter braucht.
Da hat sich ein Reststück Bioleinen angeboten- farblich passend, aber mit ganz anderer Oberfläche.
Das dunkle Stickgarn war zu  sehr die Nummer sicher - Neongelb als Garnfarbe war da viel entschiedener.
Ein, zwei Paspel dazu ( Paspel gehören unbedingt zum Nähglück!) und fertig war das Kleid.
Nicht dass ich noch Klamotten bräuchte, aber tatsächlich etwas Tragbares aus diesem fiesen Stoff herauszubekommen, das fühlt sich schon gut an. Unabhängig von Kaufkleidung zu sein ist ein wesentlicher Bestandteil meines persönlichen Nähglückes.

(Und Heike strickt mir auch noch einen passenden Schal, die Wolle haben wir kurz nach dem Fotografieren noch schnell gekauft. Zu echtem Nähglück gehören nämlich unbedingt Freundinnen, die ebenso merkwürdig ticken. )

Das Kleid habe ich die letzten zwei Tage schon getragen, bitte seht großzügig über die edlen Leinenknitterfalten hinweg.....
Weitere glückliche Stoffspielerinnen findet ihr heute bei Suschna- ich bin diesmal ganz besonders gespannt auf die Stoff-Sammlung.

Donnerstag, 20. November 2014

Geldbeutel für den Weihnachtsmarkt

Draußen ist es grau-in-grau: Bestes Nähwetter.
Und so sind in den letzten Tagen viele Geldbeutel entstanden. Seltsamerweise sind die meisten eher unbunt- mir war so gar nicht nach intensiven Farben:
Hier habe ich die Schwedenplane mit Silber bedruckt.
Der metallisierte Reißverschluss ist bei diesem Exemplar nicht nur außen, auch für das mittlere Münzfach habe ich ihn mit schmälerer Krampe verarbeitet. Das gibt einen glänzenden Kontrast zu dem groben Leinen im Innenbereich.
Das graue beschichtete Punkteleinen habe ich im Stoffekontor mitgenommen. Wenn mir irgendwann mal wieder nach Farbe ist, könnte ich mir das gut mit bunten Reißverschlüssen vorstellen.
Innen sind die wunderbaren Shimmerstoffe von Grete.


 OK-  etwas Farbe habe ich auch vernäht: Tula Pinks Streifen, die waren schon lange fällig......
Ebenfalls von Tula Pink stammt mein derzeitiges Lieblingswachstuch, das habe ich bei der Näherei für den Markt aufgebraucht.
In der Hoffnung, dass es einen laminierten Stoff aus Tula Pinks neuer Elisabeth-Kollektion gibt, die kommt im Frühjahr 2015 auf den Markt.
Zum Schluss hier noch ein Versuch: Steckschlösser am Klappenklassiker.
Das schaut gut aus. Ich finde aber, dass man eine Lasche über dem Verschluss braucht um das Schloss schnell auf-und zumachen zu können.
Wie sind da eure Erfahrungen?

Und weil ich immer mal wieder gefragt werde wann ich das alles nähe....
Da halte ich es mit Barbara, bei der übrigens die neuen TulaPink Stoffe zu sehen sind:
Das mach ich nachts.

Mit meiner neuesten Nähanschaffung geht das auch prima- meine Maschine wird seit kurzem mit einer neuen LED-Leuchte viel besser ausgeleuchtet.
(OK, ehrlichgesagt brauche ich das Nählicht auch am Nachmittag- bei dem Wetter!)
Die LED-Lampen kann man jetzt nämlich auch für ältere Maschinen kaufen.
Sie sind absolut zu empfehlen, das helle und weiße Licht gibt einen viel besseren Kontrast als die normale Glühbirne.

Die Geldbeutel verkaufe ich auf dem Adventsbazar der Aalener Waldorfschule am
21. November von 17 - 22 Uhr
22. November von 11 - 17 Uhr
Kommt doch mal vorbei, wenn ihr Gelegenheit dazu habt!

Mittwoch, 12. November 2014

Pilze suchen im November




Am Wochenende haben wir die letzten Pilze des Jahres gefunden.....
Wie so oft in letzter Zeit bin ich beim Heimatbesuch in Oberfranken mit meinem Vater in den Wald zum Pilzesuchen. Ich höre jetzt viel genauer zu und merke mir tatsächlich, was er erzählt.
"Ein echter Pilzkenner identifiziert 100 Sorten" meint er achselzuckend. Er sei sich nur bei 50 Sorten sicher.

Tja, davon bin ich noch weit entfernt, aber ich hoffe noch auf viele Spaziergänge mit ihm zu unterschiedlichen Jahreszeiten- die Hauptbeute vom Wochenende ist nämlich typisch für den späten Herbst:


Die Tromperenpfifferlinge wachsen meist in großen Gruppen, man erntet nur die jungen, noch hellen Exemplare. Die älteren Pilze sind oft an der Unterseite angefressen. 

Ein großer Vorteil beim Sammeln im späten Herbst ist, dass die Pilze nicht mehr so wurmig sind. Wir haben noch ein paar Klassiker wie den Champignon und kleine Maronen gefunden- alle kerngesund.
Die Schwefelköpfe habe ich schon im Wald gegessen, sie sind roh genießbar.

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Die Tage vorher war ich im Leipziger Stoffekontor zum machwerk-Workshop- guckt doch mal rüber in Anjas Blog, dort sind die im Kurs entstandenen Taschen zu sehen.

Die ersten Termine für Workshops in nächsten Jahr habe ich auch eingetragen: Ganz neu ist Krefeld dabei, darüber freue ich mich sehr. Das lässt sich vielleicht mit einem Besuch im deutschen Textilmuseum verbinden!

Sonntag, 2. November 2014

Stoffspielereien: Löcher in Filz

Als Karen das Thema "Löcher" vorgeschlagen hat war klar, dass ich gerne Filz verarbeiten möchte. In Filz kann man gnadenlos Löcher stanzen, der franst nicht aus. Zudem ist er etwas dicker und bringt Dreidimensionalität mit ins Spiel.
Aber meine ersten Versuche mit der Lochzange waren ernüchternd- so hatte ich mir das nicht vorgestellt. Die Löcher waren zu klein, der farbige Hintergrund kam nicht so gut heraus.

Also habe ich mich von der Idee mit der Lochzange verabschiedet und lieber freihändig größere Formen in den Filz geschnitten. Das war besser.
Zwar sah das irgendwie nach Alabama Chanin aus, aber warum auch nicht.....

Den farbigen Filz habe ich nach dem Ausschneiden der Blütenfornem mit Sprühzeitkleber aufgeklebt, die Ränder mit einer kurzen sehr spitzen Nadel umstickt. Das war etwas zeitaufwändiger als bei Stoff- jeder Stich muss bei so starrem Material einzeln angesetzt werden.
Für die Stickerei habe ich etwas mehr als eine Stunde gebraucht- aber am Samstagmorgen bei Sonnenschein auf der Terrasse war das keine Strafe.
Danach habe ich nur noch den Reißverschluss offenkantig aufgenäht und Fotos gemacht.
Zackzack- so müsste das immer laufen.

Das Innenleben hatte ich schon am Abend vorher genäht: Verschiedene Fächer für Pässe und Reiseunterlagen, dazu ein großes Extrafach auf der linken Seite für Papiere (oder Devisen...), die nicht so sichtbar sein sollen.

Hier ist ganz gut zu sehen war mir wichtig war: Das Dreidimensionale der Löcher im Filz. Das Material ist etwa 2 mm dick, das hat sich auch mehrlagig sehr gut verarbeiten lassen. 
Mehr Löcher gibt es heute bei Karen- vielen Dank für die Anregung und das Sammeln!

Mittwoch, 29. Oktober 2014

MMM: Ein Jerseykleid mit morbiden Blüten

Es gibt für mich nichts schöneres als Jerseykleider.
Sie habenden Bequemlichkeitsfaktor von Jogginganzügen, müssen nicht gebügelt werden, man kann sie morgens ohne nachzudenken über den Kopf stülpen- und ist immer gut angezogen.
Ich frage mich echt, warum ich noch Hosen im Kleiderschrank habe.

Diese Stoffqualität kannte ich schon von meinem Blumenkleid- das ist ein etwas gröberer Viscosejersey mit Futterflottungen an der Rückseite- das macht ihn schwer und wärmt. Nach einigen Wäschen des Blumenkleides (in dem ich in den letzten Wochen quasi gewohnt habe...) weiß ich die Qualität zu schätzen. Kein Pilling, der Stoff schaut immer noch aus wie neu.
In Evas Laden kam letzte Woche ein Ballen dieser Qualität an, der war wie für mich gemacht: Ich liebe ja abgepasste Drucke und die morbiden Farben sind (trotz rosa!!) perfekt.

Ich hatte zwei Rapporte des Stoffes- genug Material für einen etwas weiteren Rock. Der Schnitt hat keine Seitennähte, die Figuranpassung geht über Prinzessnähte an Vorder- und Rückenteil. Die Weite des Rockes und auch die Länge habe ich auf den Stoff angepasst um das Maximum herauszuholen.
So ist das Kleid für meine Verhältnisse recht lang und hochgeschlossen.
Aber: Winter ist coming.

Und weil nach dem Mittagessen nochmal kurz die Sonne ins Wohnzimmer schien:
So stylt Frau machwerk das Kleid, wenn sie am Nachmittag die Lohnsteuerjahreserklärung 2013 macht. Mit Gürteltasche für Taschentücher und dicken Socken gegen kalte Füße.
So, und wenn dann endlich die lästige Steuererklärung ausgedruckt ist werde ich mich bei den MMM-Frauen umgucken.
Ich bin gespannt auf die neue Herbstware!

Schnitt: Ein Mix aus verschiedenen Burdamodellen ( 6-2013, Mod. 114- das Shirt hat perfekte Wiener Nähte und keine Seitennaht- das habe ich verlängert und ausgestellt. Die langen Arme sind vom Wasserfallkleid 2-2013, Mod. 113)
Stoff: schwerer Viscosejersey vom kleinen Stern, online gibt es ihn nicht. Bei Interesse verschickt ihn Eva aber sicher. Ich habe zwei Rapporte gebraucht.

Montag, 27. Oktober 2014

Konversion in Ellwangen - das Gesamtbild


Nachgereicht: Das Schaufenster.
Entschuldigt bitte die schlechte Bildqualität, aber Glasscheiben spiegeln derart, dass keine vernünftigen Bilder möglich sind. Wer also in der Nähe wohnt und mal in Ellwangen ist: Das ist das Fenster der Kellergalerie in der Spitalstraße- gleich neben dem Rathaus.

Meine Lieblingstasche im Detail:
Ein Siebdruck mit einer Chronik aus dem 15 Jahrhundert- in der sogar mein Wohnort erwähnt ist.
Ich habe das Motiv auf eine gebrauchte Plane der Fremdenlegion gedruckt, die authentischen Rostflecken passen super zum Druck.

Außerdem hat Barbara (Glas und Faden, ebenfalls in der Ellwanger Innenstadt) gerade eine Auswahl meiner Geldbeutel im Laden. Ich finde es großartig, dass sie in ihrem Geschäft kreative Sachen aus der Region verkauft. Sie selbst hat sich auf Glasperlen spezialisiert und macht wirklich tolle Sachen. 
Demnächst eröffnet Findling in Crailsheim- dafür werde ich dann Geldbeutel mit einer alten Crailsheimer Stadtansicht nähen. 

Die Welt rückt immer näher zusammen- 
das ist gut, wenn es zum Beispiel um die Aufnahme von Flüchtlingen in der Ellwanger LEA geht.
Man kann wie Grete und Barbara in Houston den Quiltmarket besuchen oder wie Bea  jungen Frauen in Kenia das Nähen beibringen....

Ich selbst werde im Herbst immer ganz bodenständig und freue mich dieses Jahr, dass ich in meinem Keller historische Stiche aus der Region auf alte Textilien drucken kann. 
Ellen näht Kissen mit Schneelandschaften und Weißwäsche.
Denn: Winter is coming :)

(Danke, Renate - für Möglichkeit das auszustellen
und an Eri für die Deko.)